Ist die "OWS"-Bewegung (Occupy-Wall-Street) nicht Ausdruck einer zunehmenden Suche nach mehr Gerechtigkeit - die weltweit immer mehr Menschen aktiviert?
Viele waren in Deutschland erstaunt, dass die Piratenpartei in Berlin einen solchen Zuwachs hatte. Ist dies aber nicht ein Indiz, dass auch bei uns Veränderungen anstehen?
Könnte der Wahlerfolg der "Piraten" nicht aus der - teiweise unbewußten Suche - nach einer "europäischen", "demokratischen" Stimme erwachsen?
1. Punkt:
Die Piraten gibt es in ganz Europa. Sie sind als europäische Partei entstanden, für die nationale Grenzen nie eine Rolle gespielt haben. Mittlerweile gibt es sie sogar in vielen Ländern der Welt. Das liegt auch an den wachsenden technischen Möglichkeiten, vor allem aber am natürlichen "Zusammenwachsen" der europäischen Menschen - besonders der Jugendlichen, die es nicht anders kennen.
Sie sind derzeit die "europäische" Partei in Deutschland, die Parteien im Bundestag sind nationale "Gebilde" (am wenigsten vielleicht noch die Grünen).
Wo ist z.B. die europäische Sozialdemokratie? Welcher Partei im Bundestag glaubt man die Aussage "Wir sind eine europäische Partei"?
2. Punkt:
Die Piraten fordern mehr direkte Demokratie und Transparenz, d.h. Volksbefragungen und Offenlegung von Entscheidungsprozessen. Auch da sind sie die einzige Partei, die das derzeit so fordert.
Die etablierten Parteien - außer vielleicht der Linken - werden "von unten" zunehmend als Erfüllungsgehilfen einer wild gewordenen Finanzwirtschaft wahrgenommen. Deshalb hat die Sehnsucht nach mehr Demokratie die Piratenpartei dramatisch gestärkt.
Wer die Piraten nun überheblich als "kindische Jungendliche" abtut und nicht versteht, dass hinter ihrem Erfolg die Sehnsucht nach mehr Demokratie steckt, der unterschätzt die Kraft, die aus dieser Sehnsucht erwächst...
Genauso ist das mit der "OWS"-bewegung - wer von uns hat den Überblick und die Informationen, vorauszusagen, was wirklich daraus entsteht?
Aber als Europäer können wir uns anschließen und die "OWS" unterstützen. Auf der Avaaz- Seite "Welt gegen Wall Street" kann man eine Petition unterschreiben:
http://avaaz.org/de/the_world_vs_wall_st/?fpla Avaaz verspricht:
"...wir werden einen riesengroßen Live-Zähler für alle Unterzeichner im Herzen der Besetzung in New York errichten..."
Während der Demonstartion gestern abend gab es eine Online-Kamera, welche die vor Ort aufgestellte Tafel mit mit der Unterstützerzahl gezeigt hat. Wie es aussah, wurde sie stark beachtet...
Sollte der erste Schritt nicht sein, dass wir weltweit kommunizieren, aufeinander achten und uns unterstützen?
Die "OWS"-Bewegung fordert die Regulierung des Finanzmarktes. Dies ist eine der dringlichsten Aufgaben, die umgesetzt werden müssen. Hier kann man sich bei unserem Wirschaftsminister Herrn Rösler melden und einfordern, "dass endlich gelieferet wird":
www.campact.de/campact/home
Auch bei der sogenannten "Griechenland-Rettung", die eigentlich eine Bankenrettung ist, kann man Einspruch erheben:
www.avaaz.org/de/eu_people_vs_banks/?slideshow Sicher kommt jetzt wieder der Einwand, Petitionen nutzen nichts. Aber wenigstens hat man seine Stimme erhoben und man kann sehen, wie viele Menschen auf der Seite der Petitionen stehen...
Aber man kann ja auch selbst aktiv werden:
titanpad.com/15odeutschland Kommentar zu Artikel in "Der Freitag"